12.04.2021

Einführung der Ersthelfer-APP "KATRETTER"

Einführung der Ersthelfer-APP "KATRETTER"
Einführung der Ersthelfer-APP "KATRETTER"

Verbesserung der Überlebenschancen beim akutem Herzstillstand

 

Der plötzliche Herztod ist mit schätzungsweise 90.000 Fällen pro Jahr eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Jeden kann es treffen. Die Betroffenen sind auf schnelle Hilfe angewiesen. Beim Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Beginnen frühzeitig eintreffende Ersthelfende eine Herzdruckmassage bereits in den ersten Minuten nach Bekanntwerden des Notfalls so steigen die Überlebenschancen nach einem Herzstillstand deutlich an und es werden Spätfolgen vermindert. Die Überlebensraten können verdoppelt bis verdreifacht werden! 


In Notfällen wie dem Herz-Kreislauf-Stillstand werden durch die Regionalleitstelle Brandenburg sofort Einsatzmittel des Rettungsdienstes (Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug bzw. Rettungshubschrauber) alarmiert und ggf. anwesende handlungsfähige Notfallzeugen zu Sofortmassnahmen angeleitet ("Telefonreanimation"). Zeitgleich wird mit Hilfe der neuen Ersthelfer-App KATRETTER nun sofort nach Freiwilligen in der Nähe des Notfallortes gesucht und diese um Hilfe auf ihrem Smartphone angefragt. Die Ersthelfer-App KATRETTER wurde vom Frauenhofer-Institut entwickelt und wird nach Förderung durch das Innenministerium des Landes Brandenburg nun in allen 5 Regionalleitstellen des Landes eingeführt. 
Über die Benachrichtigung von Helferinnen und Helfern entscheidet das KATRETTER-System anonym nach der Nähe zum Einsatzort. Sobald freiwillig Helfende die Übernahme eines Einsatzes in der KATRETTER-App bestätigt haben, werden die relevanten Informationen zum Einsatz direkt auf deren Smartphones übertragen und angezeigt. Über das Smartphone werden die Ersthelfer nun zum Einsatzort gelotst und beginnen mit den lebensrettenden Maßnahmen bzw. führen diese weiter bis der Rettungsdienst eintrifft. Damit kann das sogenannte "therapiefreie Intervall" drastisch verkürzt werden. 

Als KATRETTER kommen hierbei brandenburgweit medizinisch vorgebildete Mitglieder von Hilfsorganisationen, der (freiwilligen) Feuerwehren aber auch Angehörige medizinischer Berufe -(Rettungsdienstmitarbeiter, Angehörige von Pflegeberufen, Ärzte etc.) zum Einsatz. Diese stellen sich freiwillig zur Verfügung, das System arbeitet rein ehrenamtlich. In der Stadt Brandenburg konnte nun mit tatkräftiger Unterstützung der Hilfsorganisationen (Johanniter, Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, Deutsches Rotes Kreuz), der freiwilligen Feuerwehren aller Ortsteile, der Mitarbeitenden in der Berufsfeuerwehr und dem Rettungsdienst und im Städtischen Klinikum mit der Rekrutierung und Einpflegen der ersten KATRETTER in das System begonnen werden. Weitere Interessenten werden dringend gesucht, weiterführende Informationen finden sich unter feuerwehr.stadt-brandenburg.de/service/katretter